Mittwoch, 21.10.
Nehemia 5,7-11: Gemeinsam den Bibeltext lesen.
Damals haben Menschen sich selbst verkauft, wenn sie Schulden hatten, die sie anderweitig nicht bezahlen konnten. Sie wurden dann Sklaven, unfreie Arbeiter ohne eigene Rechte. Bei der Rückkehr aus dem Exil wurden viele jüdische Sklaven von der Volksgemeinschaft freigekauft, um wieder selbstbestimmt in der Heimat leben zu können. Im Laufe der Jahre verschuldeten sich aber wieder viele und mussten sich verkaufen. Eigene Landsleute nutzen dies aus, kauften sie und verkauften sie ins Ausland weiter. Dieses Unrecht prangert Nehemia an. Er erinnert alle an Gottes Regeln zu diesem Thema (3 Mose 25,35-42).
Die SuS werden in drei Gruppen geteilt: Eine Gruppe ist Nehemia, eine die verkauften Juden, eine dritte die Käufer. Der Reihe nach sagt jede Gruppe,
- wer sie ist,
- was sie getan hat und
- warum sie es getan hat.
Dann soll ein/e Austausch/Diskussion mit Argumenten stattfinden über eine mögliche Lösung.
- Warum ist Nehemia so außer sich? Und wie geht er mit seinem Zorn und Ärger über die Ungerechtigkeit um?
- Die Reichen schweigen, als sie mit ihrem Handeln konfrontiert werden. Was steckt hinter ihrem Schweigen?
- Wie gehst du damit um, wenn dich jemand mit deinem Handeln konfrontiert oder dich kritisiert?
- Wie versucht Nehemia die Situation zu lösen?
Was kannst du von Nehemia lernen?
- Wie begründet Nehemia das falsche Handeln? Wer bestimmt das Handeln von Nehemia?
- Wer oder was bestimmt dein Handeln? An wem orientierst du dich?
Erzähl eine Situation aus deinem eigenen Leben, in der du andere auf ihre Fehler hingewiesen hast oder selbst von anderen auf deine Fehler hingewiesen wurdest.
Oder
Etwas zum Thema Umgang mit kritischer Rückmeldung erzählen:
Menschen machen Fehler. Sie gehören zum Leben dazu. Keiner ist fehlerlos. Es ist hilfreich, wenn andere mich auf Fehler oder Fehlverhalten hinweisen dürfen. Oft sehe ich selbst nicht, wenn ich Fehler mache oder durch mein Verhalten anderen schade. Manchmal merke ich es selbst, manchmal auch nicht. Oft fällt es mir schwer, einzugestehen und zuzugeben, dass ich etwas falsch gemacht und anderen dadurch geschadet habe, z. B. durch unachtsame Worte und unbedachte Taten. Etwas anzunehmen, fällt leichter, wenn die Rückmeldung liebevoll und nicht überheblich gegeben wird. Es fällt so einfacher, die Kritik anzunehmen. Ich möchte immer wieder lernen, mich anderen gegenüber genau wie Nehemia zu verhalten. Bevor er es angesprochen hat, hat er darüber nachgedacht (Vers 7a). Das macht für mich Sinn: Erst gut überlegen, was und wie ich rede. Das Fehlverhalten ansprechen ist mir auch wichtig, aber es braucht einen Rahmen, den richtigen Zeitpunkt und die passenden Worte, damit die Kritik ankommt. Wer sich selbst nicht als fehlerlos betrachtet, kann mit anderen, die etwas falsch gemacht haben, barmherziger umgehen. Ob mir das heute gelingt? Ich will es mit Gottes Hilfe versuchen.
Die Reichen werden an den Armen schuldig. Sie laden damit Sünde auf sich. Was ist eigentlich Sünde? Das erfährst du im Video Khata-Sünde. Es erklärt, was die Bibel darunter versteht.
https://www.youtube.com/watch?v=e04aIWH8rZg
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